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Malteser Schöppingen

Katastrophenschutz

Internationales Zivilschutzzeichen
Internationales Zivilschutzzeichen

Katastrophenschutz (KatS) bezeichnet Maßnahmen, die getroffen werden, um Leben, Gesundheit oder die Umwelt in oder vor der Entstehung einer Katastrophe zu schützen. Alle Maßnahmen des Katastrophen- und Zivilschutzes, die der Abwehr von Gefahren für die zivile Bevölkerung dienen, werden unter dem Begriff Bevölkerungsschutz zusammengefasst. Der Katastrophenschutz im Land NRW wird durch 241 Einsatzeinheiten der anerkannten Hilfsorganisationen unterstützt. Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst und DLRG verfügen insgesamt über ca. 20.000 gut ausgebildete ehrenamtliche Helfer. Die Ausrüstungen und Fahrzeuge der Hilfsorganisationen werden jeweils zu einem Drittel vom Land, vom Bund und von den Organisationen selbst gestellt. Die anerkannten Hilfsorganisationen sind mit ihren Einsatzeinheiten oder einzelnen Komponenten an der Gefahrenabwehr beteiligt. Dies reicht von der Anforderung von Krankenkraftwagen und Rettungswagen aus den Einsatzeinheiten bis zum Einsatz kompletter Einheiten bei Großunfällen.

Als Teil der so genannten "Einsatzeinheit Nordrhein-Westfalen Borken 04" (kurz: EE NRW BOR 04) bilden wir zusammen mit den Malteser Gliederungen aus Borken, Bocholt und Ahaus-Alstätte einen zuverlässigen Partner im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz des Landes NRW.

Bei den folgenden Katastrophen- und MANV-Lagen waren wir im Einsatz:

  • Explosion der Feuerwerksfabrik S.E. Fireworks im niederländischen Enschede (13.05.2000)
  • Schneechaos im Münsterland (26.11.2005)
  • Hochwasser im Münsterland (27.08.2010)
  • Massenunfall auf der A31 bei Heek (19.11.2011)
  • Bombenfund in Borken (28.04.2015)
  • Chemieunfall im Alexander-Hegius-Gymnasium in Ahaus (13.05.2015)

Was ist der Betreuungsplatz 500?

Die Betreuungsplatz-Bereitschaft 500 NRW (BTP-B 500 NRW) ist ein autarker betreuungsdienstlicher Verband in Bereitschaftsstärke, dessen Aufgabe es ist, im Rahmen der überörtlichen Hilfe am Schadensort einen Betreuungsplatz einzurichten, ihn zu betreiben und eine geordnete Betreuung für eine größere Anzahl unverletzt betroffener Personen über einen längeren Zeitraum sicherzustellen. Zudem ist eine begrenzte sanitätsdienstliche Versorgung leicht verletzter Personen innerhalb des Betreuungsplatzes möglich. Ihr Einsatz kann sowohl vorgeplant als auch spontan aufgrund eines plötzlichen Betreuungsbedarfes, der durch einen Unglücksfall oder eine andere Schadenslage verursacht wird, erfolgen. Die BTP-B 500 NRW ist nach ca. 60 Minuten (nach dem Eintreffen an der Einsatz-stelle) einsatzbereit und hat eine Kapazität zur Aufnahme, Unterbringung und Verpflegung von mindestens 500 unverletzt Betroffenen. Sie kann ihre Aufgabe über einen Zeitraum von 4 Stunden ohne externe Versorgung autark erfüllen. Hierzu verfügt sie über eine ausreichende Ausstattung mit Betriebsstoffen und Versorgungsgütern.

Weitere Informationen zum „Landeskonzept der überörtlichen Hilfe NRW »Sanitätsdienst und Betreuungsdienst«“ finden Sie hier.

Kolonnenfahrten / Geschlossene Verbände

Da sich, aufgrund der Hochwasserlage in Deutschland, derzeit vermehrt sogenannte geschlossene Verbände, auch Marschkolonnen genannt, bewegen und viele Autofahrer offensichtlich nicht die leiseste Ahnung davon haben, möchten wir es Ihnen kurz näher erläutern.

Woran erkenne ich einen geschlossenen Verband?

Alle zum Verband gehörigen Fahrzeuge sind mit einer Fahne (meist an der linken Fahrzeugseite angebracht) gekennzeichnet. Alle außer das letzte Fahrzeug führen eine blaue Fahne. Das letzte zum Verband gehörende Fahrzeug ist mit einer grünen Fahne versehen, damit das Ende der Kolonne klar erkennbar ist. In der Regel fahren entweder alle Fahrzeuge mit Blaulicht, oder nur das erste und das letzte Fahrzeug. Manchmal ist auf dem letzten Fahrzeug auch ein Schild mit der Aufschrift "Achtung Kolonne" angebracht.

Was muss ich als Verkehrsteilnehmer darüber wissen?

Wichtig zu wissen ist, dass ein geschlossener Verband verkehrsrechtlich als ein einzelnes Fahrzeug gilt. Das bedeutet, dass alle zum Verband gehörenden Fahrzeuge eine Kreuzung trotz roter Ampel überqueren dürfen, sofern das erste Fahrzeug diese bei grüner Ampel überquert hat. Weiterhin bedeutet das, dass andere (nicht zum Verband gehörende) Verkehrsteilnehmer sich nicht in die Kolonne einreihen und diese damit unterbrechen dürfen!

Wieso gibt es das überhaupt?

Ziel eines solchen geschlossenen Verbandes ist, dass alle dazugehörigen (Einsatz-)Kräfte zu einem festgelegten Zeitpunkt an einem festgelegten Ort eintreffen und dort tätig werden können. Aus diesem Grund unterstehen die Verbandsfahrzeuge einer einheitlichen Führung (in der Regel das erste Fahrzeug in der Kolonne) und einer einheitlichen Kennzeichnung (Flaggen).

Wieso fahren die nicht schneller?

Die Marschgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 Km/h auf Autobahnen. Dabei handelt es sich um eine Geschwindigkeit, die auch LKW oder ältere Fahrzeuge fahren können. Ziel ist es, dass alle sich mit der gleichen Geschwindigkeit fortbewegen und keine großen Lücken zwischen den Fahrzeugen entstehen.

Sind die nicht schneller, wenn sie einzeln fahren?

In aller Regel handelt es sich bei den Fahrzeugen innerhalb eines geschlossenen Verbandes um zusammengehörende Einheiten. Beispielsweise kann das ein Kontingent, oder eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) sein. Diese Einheiten kommen im Normalfall nur zusammen zum Einsatz, benötigen einige Zeit der Organisation und ggf. auch entsprechend Platz am Einsatzort. Es ist daher unerlässlich, dass die Fahrzeuge im geschlossenen Verband eine festgelegte Strecke zwischen vorher vereinbarten, gemeinsamen Abmarsch- und Haltepunkten fahren. Gerade bei Großschadensereignissen, wo das Schadensgebiet sehr weitläufig und unübersichtlich ist, kann somit gewährleistet werden, dass alle zum Verband gehörenden Fahrzeuge zur gleichen Zeit am Einsatzort sind und die Einheit somit schnellstmöglich einsatzklar ist.

Darf ich so einen Verband überholen?

Ja! Allerdings sollte der Verband dann komplett überholt werden. Wichtig ist, dass nicht zwischen den Verbandsfahrzeugen eingeschert und die Kolonne damit unterbrochen wird!

Muss ich einem Verband im Stau oder an Kreuzungen Platz machen?

Sofern der Verband unter Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten zum Zielort unterwegs ist, ja! In diesem Fall ist gleich zu verfahren, wie bei jedem anderen Fahrzeug, das sich mit blauem Blinklicht und Einsatzhorn im Straßenverkehr bewegt: Umgehend freie Bahn schaffen und eine Gasse für evtl. nachfolgende Einsatzfahrzeuge freihalten! Im Falle eines geschlossenen Verbandes ist das letzte zum Verband gehörende Fahrzeug durch eine grüne Fahne gekennzeichnet.

Weitere Informationen

Sie wünschen weitere Informationen?

Stephan Frenzel
Katastrophenschutz / Leiter Einsatzdienste Kreis Borken
Tel. (02558) 1482
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